Eine Seltenheit – selbst unter Sammlern
Ceruleit ist nur äußerst selten auf dem Markt zu finden. Dieser Edelstein erscheint in himmelblauer bis blassblauer Farbe und wird häufig mit Türkis verwechselt. Tatsächlich war eine der frühesten Anwendungen von Ceruleit die Nachbildung von Türkis!
Die abgebauten Knollen können zwischen wenigen Zentimetern bis hin zu mehreren Zentimetern groß sein, doch große, fertig geschliffene Exemplare sind äußerst selten. Das Material ist schwierig zu bearbeiten und erfordert erfahrene Hände, um eine ansprechende Form und gleichzeitig eine möglichst hohe Ausbeute zu erzielen.
Als undurchsichtiger Stein wird Ceruleit meist als Cabochon geschliffen. Nach dem Polieren zeigt das Material einen erdigen, dezenten Glanz. Gelegentlich wird es auch in interessante Formen geschnitzt.
Vergleich mit Türkis
Die optische Qualität von Ceruleit ist hervorragend – fertig geschliffene Cabochons weisen kaum bis gar keine Einschlüsse oder Makel auf. Diese Reinheit erinnert optisch an den bekannten Sleeping Beauty-Türkis oder Kingman-Türkis, mit denen Ceruleit häufig verglichen wird.
Pflege von Ceruleit
Sobald der Edelstein geschliffen und poliert wurde, ist er in der Regel sehr klar – das bedeutet, Einschlüsse sind mit bloßem Auge nicht sichtbar. Polierte Steine besitzen einen funkelnden Glanz, der an Glas erinnert. Aufgrund der Seltenheit des Materials sind erfahrene Schleifer erforderlich, um das beste Ergebnis zu erzielen.
Haltbarkeit von Ceruleit
Ceruleit erreicht 5 bis 6 auf der Mohs-Härteskala. Daher ist beim Tragen Vorsicht geboten, um Kratzer zu vermeiden. Zur Reinigung sollten mildes Spülmittel und lauwarmes Wasser verwendet werden. In manchen Fällen wird der Stein mit Harz imprägniert, um ihn zu stabilisieren und seine Haltbarkeit zu erhöhen.
Für wen eignet sich Ceruleit-Schmuck?
Ceruleit ist eine tolle Wahl für alle, die weiche Blautöne lieben – etwa wie bei Türkis, Larimar oder dem Oregon Blue Opal. Farblich liegt er genau zwischen diesen Steinen und kräftigeren Edelsteinen wie Lapislazuli oder Azurit. Jeder, der Blautöne liebt, wird die gleichmäßige Farbe dieses einzigartigen Edelsteins schätzen.
Der Name Ceruleit
Der Name „Ceruleit“ stammt vom englischen Wort cerulean, das auf die häufig im Edelstein vorkommende himmelblaue Farbe anspielt. Cerulean hat seinen Ursprung im Lateinischen und beschreibt einen ganz bestimmten, klaren Blauton.
Ort: Guanaco, Chile
Ceruleit – Herkunft und Entdeckung
Ceruleit wurde erstmals Anfang des 20. Jahrhunderts identifiziert und erschien damals als mineralogische Kuriosität in Fachzeitschriften. Entdeckt wurde der Edelstein ursprünglich in der Emma-Louisa-Mine von Guanaco in Chile, die bis heute eine bedeutende Primärquelle für Ceruleit ist.
Die Emma-Louisa-Mine in Guanaco, Chile
Die Emma-Louisa-Mine ist in erster Linie für ihre Goldvorkommen bekannt, doch auch Kupfer wird dort gefördert. Wie bei Türkis, Malachit und anderen kupferhaltigen Mineralien tritt auch Ceruleit in der Nähe von Kupfervorkommen auf. Die blassblauen Farbtöne des Edelsteins entstehen durch den Kupferanteil in seiner chemischen Zusammensetzung.






